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SDÜ - Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen

Fachbegriff: Feline Hyperthereose

Als erstes möchte ich bemerken, das alle Angaben hier aus Publikationen für ältere Katzen stammen (8-15 Jahre durchschnittlich). Außer einer englischen Studie zu einer 8 Monate alten Exotic-Shorthair existieren keine Langzeitstudien zu SDÜ bei Jungkatzen.

Einführung - Die Schilddrüse

Die Schilddrüse ist ein Hormon produzierendes Organ, das aus zwei getrennten Drüsenlappen besteht. Diese befinden sichbei der Katze beidseits der Luftröhre und sind äusserlich weder sicht- noch ertastbar. Die Zellen der Schilddrüse sind für die Herstellung und Speicherung der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4), Trijodthyronin (T3) sowie diverser (inaktiver) Vorstufen dieser Hormone verantwortlich. Grundsätzlich kann die Wirkung der Hormone zusammengefasst werden als Stoffwechsel steigernd, Sauerstoff verbrauchend und Eiweiss aufbauend. Sie aktivieren in zahlreichen Organen die Stoffwechselvorgänge, allerdings nicht überall in gleicher Intensität.

Sympthome:

Die Katze magert aus unersichtlichen Gründen ab. Die Abmagerung trotz des guten Appetits ist für die Besitzer häufig der auffälligste Hinweis, dass mit ihrem Tier etwas nicht in Ordnung ist. Obwohl bei einer Schilddrüsenüberfunktion sowohl der Eiweissauf- wie auch der Eiweissabbau im Körper gesteigert ist, resultiert der Eiweissabbau. Dies vermag auch die grössere Futteraufnahme nicht zu kompensieren. Deshalb entsteht insgesamt eine negative Energiebilanz und die Katze verliert an Muskelmasse und letztlich an Gewicht. Der erhöhte Energieumsatz führt andererseits zu vermehrter Bildung von Körperwärme, was eine Ursache für häufiges Hecheln darstellt. Oft sind diese Tiere dann auch ruhelos, tigern im wahrsten Sinne des Wortes umher und suchen kalte Ruheplätze auf. Plötzlich schläft eine Katze auf dem kalten Fliesenboden des Badezimmers oder gar in der Dusche. Trotz der scheinbar erhöhten Aktivität sind diese Tiere aber nicht mehr belastbar. Weiter können sie ein mattes Haarkleid oder starkes Krallenwachstum aufweisen. Andere Katzen werden mit chronischem Erbrechen mit oder ohne Durchfall, extremem Durst und erhöhtem Harndrang vorgestellt. Generell handelt es sich um eine magere, struppige Katze im Alter von 8 Jahren oder älter mit Magen-Darmproblemen, aber gutem Appetit.

Eine weitere Sympthomatik stellt die Appetitlosigkeit, in manchen Fällen die regelrechte Futterverweigerung dar. Dem Tier wird regelrecht "schlecht" beim Anblick des Futters. Die Hyperaktivität fördert seelische Störungen wie Leckekzeme.

KlinischeSymptome

Klinische Befunde

 

Gewichtsverlust

Abmagerung

Gesteigerte Futteraufnahme Tastbare Schilddrüse
Struppiges Haarkleid Hyperaktivität
Grosser Durst Rascher unregelmässiger Herzschlag
Vermehrter Harnabgang Herzgeräusch
Erbrechen Kleine Nieren
Nervosität Rasche Ermüdung
Durchfall Aggressivität
Reduzierter Appetit
Zittern
Schwäche
Atemnot
Hecheln, Atemnot

(aus: „Small Animal Internal Medicine“, R. Nelson, C. Couto, 2. Auflage, 720-729)

Häufige Begleiterkrankungen:

Herzmuskelerkrankung: Auch der Herzmuskel wird durch die Schilddrüsenüberfunktion zu Höchstleitungen getrieben, was zu einer Verdickung der Herzmuskelwände und zu einem rascheren Herzschlag führen kann. Mit der Zeit ermüdet dann der Herzmuskel und kann die Leistung nicht mehr beliebig dem körperlichen Bedarf anpassen. Es kommt zu einer Herzschwäche.

Nierenfunktionsstörungen können parallel zu einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten und verlangen insbesondere im Zusammenhang mit einer Therapie eine gute Überwachung. Deshalb sollten die Nierenwerte in regelmässigen Abständen kontrolliert werden.

Magen-Darmstörungen treten ebenfalls häufig begleitend auf. Diese sind hauptsächlich auf Störungen der Darmbewegungen und der Nahrungsaufnahme im Darm zurückzuführen.

Diagnose:

Auf Grund des klinischen Bildes und der Befunde der klinischen Untersuchung kann meist eine Verdachtsdiagnose gestellt werden:
Ein erhöhter Schilddrüsenhormonwert (T4) im Blut ist ein verlässlicher Gradmesser zur Bestätigung der Diagnose. Jedoch kann sich der T4-Wert zu Beginn einer Erkrankung oder bei begleitenden anderen Allgemeinerkrankungen noch im Normalbereich befinden. In diesem Fall sollte der T4-Wert wiederholt bestimmt werden. In unklaren Fällen und insbesondere, wenn das klinische Bild sehr typisch ist, die Laborwerte die Befunde jedoch nicht bestätigen, können weitere Hormonbestimmungen (fT4), ein szintigrafische Untersuchung durchgeführt werden. Letzterer Test kann nur in einer Spezialklinik durchgeführt werden. Das fT4 oder auch freies T4 ist eine Untergruppe des bereits erwähnten wichtigen Schilddrüsenhormones T4. Auch dieser Wert kann bei einer Überfunktion erhöht sein. .

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