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Medikamentelle Behandlungsmethoden

Bei dieser Therapiewahl wird die Behandlung meistens mit schilddrüsenhemmenden Medikamenten durchgeführt. Die Hormonwerte werden auf diese Weise in den Normalbereich korrigiert Meist verschwinden diese Symptome rasch von selbst wieder.

Medikamente:

Thiamazol 

Inhaltsstoffe:
ST ==  1 Tabl.
Thiamazol  5 mg
(H) Crospovidon  +
(H) Povidon  +
(H) Magnesium stearat  +
(H) Hypromellose  +
(H) Polyoxyethylen(8)monostearat  +
(H) Propylenglycol  +
(H) Cellulose, mikrokristalline  +
(H) Lactose-1-Wasser  +
(H) Titandioxid  +
H: Hilfsstoff

Nebenwirkungen:

 Erbrechen, Durchfall

Appetitverlust bis Futterverweigerung,

Blutbildveränderungen (besonders Nieren, Leber)

Hautausschläge

Carbimazol

Inhaltsstoffe

ST ==  1 Tabl.
ST ==  1 Tabl.
Carbimazol  5 mg
(H) Povidon  +
(H) Crospovidon  +
(H) Magnesium stearat  +
(H) Cellulose, mikrokristalline  +
(H) Lactose-1-Wasser  +
(H) Citronensäure-Monohydrat  +
(H) Talkum  +
H: Hilfsstoff

Nebenwirkungen:

Selten Erbrechen

Leichte Blutwertveränderungen

Felimazole

 Zusammensetzung

-   Wirkstoff: Thiamazolum 2.5 mg
-   Hilfsstoffe: Color.: E127, Excip. pro compresso obducto
-   galenische Form: Filmtablette

Eigenschaften / Wirkungen

Thiamazol, auch bezeichnet als Methimazol, der Wirkstoff von Felimazole® verhindert in vivo die Biosynthese der Schilddrüsenhormone, indem er die Bindung von Jod am Enzym Thyroidperoxidase hemmt. Dadurch wird die vom Enzym katalysierte Jodierung von Thyroglobulin und die Synthese der Schilddrüsenhormone T3 und T4 verhindert. Zur exakten individuellen Dosierung stehen Filmtabletten in den zwei Stärken 2.5 mg und 5 mg zur Verfügung. Felimazole® Filmtabletten sind wegen des Überzugs leicht zu verabreichen.

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Nicht bei Katzen mit primären Lebererkrankungen und Diabetes mellitus anwenden.
Nicht bei Katzen mit Anzeichen von Autoimmunerkrankungen anwenden.
Nicht bei Tieren mit Blutbildveränderungen wie Neutropenie und Lymphopenie anwenden.
Nicht bei Tieren mit Veränderungen der Thrombozyten und mit Koagulopathien (insbesondere Thrombozytopenie) anwenden.
Nicht an tragende oder laktierende Kätzinnen verabreichen.
Nicht an Katzen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Thiamazol oder den Hilfsstoff Polyethylenglycol verabreichen.

 

Vorsichtsmassnahmen

Katzen, die mehr als 10 mg Thiamazol pro Tag benötigen, müssen besonders gründlich überwacht werden.
Die Verabreichung an Katzen mit Nierenfunktionsstörungen darf nur nach eingehender Risikoabwägung erfolgen. Wegen einer Reduktion der glomerulären Filtrationsrate muss die Auswirkung der thyreostatischen Behandlung auf die Nierenfunktion gut überwacht werden, da sich die zugrunde liegende Nierenerkrankungen verschlechtern können.
Das Blutbild muss wegen Gefahr von Leukopenie und Thrombozytopenie oder haemolytischer Anaemie überwacht werden.
Bei allen Tieren, die während der Therapie plötzlich einen verschlechterten Allgemeinzustand zeigen, sollte eine Blutprobe haematologisch und biochemisch untersucht werden, insbesondere bei Auftreten von Fieber. Katzen mit Neutropenie (weisse Blutkörperchen < 2.5 x 109/l) sollten prophylaktisch mit Antibiotika behandelt werden.
Da Thiamazol zu Haemokonzentration führen kann, sollten Katzen stets Zugang zu Trinkwasser haben.

 

Operation

Soweit es der Allgemeinzustand der Katze zulässt, gilt eine operative Entfernung der Schilddrüse heute noch als Therapie der Wahl. Es muss jedoch abgeschätzt werden, ob das Anästhesierisiko für die Katze nicht zu hoch ist. Auch sollte vor einem Eingriff die Nierenfunktion überprüft werden. Bei einem Verdacht auf verstreutes Schilddrüsengewebe müssen szintigraphische Untersuchungen, bei Verdacht auf einen bösartigen Tumor eine Suche nach Metastasen erfolgen. Nach der Operation kann es wegen der unmittelbaren Nachbarschaft der Nebenschilddrüse, die ein wichtiges Organ für die Kalziumregulation ist, zu Kalziummangel kommen. Die betroffenen Tiere beginnen zu zittern, werden unruhig und können Krämpfe zeigen. Diese können lebensbedrohlich werden, wenn sie unbemerkt und unbehandelt bleiben. In solchen Fällen muss das Kalzium kontrolliert werden, und wenn nötig wird Kalzium ergänzt. Nach der Entfernung beider Schilddrüsenlappen besteht ausserdem die Gefahr einer Schilddrüsenunterfunktion, die jedoch häufig nur vorübergehend einer Therapie bedarf, da meist noch verbleibendes Schilddrüsengewebe die Funktion übernehmen kann. In sehr seltenen Fällen kommt es durch die Verletzung nahe gelegener Nerven zu deren Funktionsverlust, was sich u. a. in Stimmverlust und verstärkten Atemgeräuschen äussert. Diese möglichen Probleme sind selten, sprechen daher beim operationsfähigen Tier nicht gegen die Entfernung der Schilddrüse.

 

Radiojodtherapie
 
Die Radiojodtherapie ist für die Katze letztendlich  die schonendste Therapieform, da sie bei excellenten Aussichten auf eine vollständige Heilung der Schilddrüsenüberfunktiuon so gut wie keine Nebenwirkungen aufweist. Laut amerikanischen Studien besteht bei dieser Therapieform eine über 90%ige Heilungschance. Der Grund, warum diese Therapieform als letztes angeführt wird, ist ihre begrenzte Verfügbarkeit (zur Zeit leider nur an der Justus-Liebig-Universität in Gießen).  Die Ursache hierfür liegt in den in Deutschland gehandhabten Strahlenschutzbestimmungen und den hohen Kosten (ca. 1.000,00 -1.200,00 Euro).

Bei der Radiojodtherapie wird der Katze eine bestimmte Menge radioaktives Jod-131 in der Regel intravenös verabreicht. Die Schilddrüse ist das einzige Organ des Körpers, welches Jod in größerem Ausmaß anreichert, wobei die Schilddrüsenzellen nicht zwischen "normalem Jod" und radioaktiven Jod-131 unterscheiden können. Das radioaktive Jod wird in den Stunden nach der Injektion nach und nach aus dem Blut in die Schilddrüsenzellen aufgenommen, und dort durch den Einbau in die Vorstufen der Schilddrüsenhormone im Schilddrüsengewebe fixiert. Nach ein paar Stunden hat sich ein beachtlicher Anteil des Jod-131 im Schilddrüsengewebe, und damit am Wirkort angereichert. Der Rest wird hauptsächlich über die Nieren, in geringerem Ausmaß auch über den Kot ausgeschieden.

Das radioaktive Jod-131 ist sowohl ein Betastrahler (schnelle Elektronen aus dem Atomkern) als auch ein Gammastrahler (elektromagnetische Strahlung). Die Betastrahlen haben im Gewebe nur eine sehr geringe Reichweite, auf der sie ihre gesammte Bewegungsenergie an das Tumorgewebe abgeben. Die Betastrahlung ist im Bereich des Schilddrüsentumors so intensiv, daß es in der Regel letztendlich zu einem Absterben des Tumorgewebes kommt. Aufgrund der geringen Reichweite, wird das umliegende gesunde Gewebe geschont. Bei der Mehrzahl der Katzen ist noch gesundes Schilddrüsengewebe vorhanden. Dieses bildet sich unter einer Schilddrüsenüberfunktion zurück, und nimmt somit auch kein Jod-131 auf. Da die Reichweite der Betastrahlen nur sehr gering ist, wird dieses Gewebe in der Regel nicht zerstört, und kann nach einer erfolgten Therapie durch das ansteigende TSH wieder reaktiviert werden, so daß sich wieder ein normaler Schilddrüsenhormonregelkreis entwickeln kann, und die Katze in der Regel keine Hormonsubstitution benötigt. Die Gammastrahlen tragen nur wenig zum Therapieergebnis bei, und ein Großteil verläßt die Katze unverändert. Diese Strahlung ist es auch, der man hauptsächlich ausgesetzt ist, wenn man sich in der Nähe der behandelten Katzen aufhält. Die zusätzliche Strahlenbelastung, zur sowieso ständig überall vorhandenen Umweltradioaktivität ist relativ gering. Problematischer ist die Ausscheidung des Jod-131 über Urin und Kot, welche in den Tagen nach der Therapie am ausgeprägtesten ist, dann aber auch sehr schnell abnimmt. Bei der Entlassung werden nur noch geringste Mengen ausgeschieden, und sind bei Einhaltung normaler hygienischer Maßnahmen relativ unbedenklich. Nach der Therapie sollte ebenfalls in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen stattfinden, bei der die Nierenfunktion, sowie die Schilddrüsenfunktion kontrolliert werden. In seltenen Fällen kann es sein, daß weiterhin eine Schilddrüsenüberfunktion bestehen bleibt. Diese ist dann in der Regel weit weniger ausgeprägt, bedarf aber evtl. der Wiederholung der Therapie. Desweiteren kann es auch noch längere Zeit nach der Radiojodtherapie zur Ausbildung einer Schilddrüsenunterfunktion kommen, welche dann durch die Substitution von Schilddrüsenhormonen behandelt werden sollte.
 

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